Das Wichtigste in Kürze
- Zapier ist am schnellsten live, Make am visuellsten, der Eigenbau am günstigsten im Volumen
- Die Kostenkurve entscheidet sich am Volumen, nicht am Einstiegspreis
- Für Schweizer Unternehmen mit DSG-Pflichten ist eine eigene Automations-Schicht oft der ruhigere Weg
- Die ehrliche Wahl hängt vom Team und vom Volumen ab, nicht vom Tool-Ranking
Zapier, Make und eine eigens entwickelte Automations-Schicht lösen scheinbar dasselbe Problem, nämlich Systeme miteinander zu verbinden, ohne dass jemand jeden Schritt von Hand erledigt. In der Praxis sind es drei sehr unterschiedliche Wege mit drei unterschiedlichen Kostenkurven und Datenschutz-Profilen. Welcher passt, hängt weniger vom Anbieter ab als von Ihrem Team und Ihrem Volumen.
Die drei Profile in einem Satz
- Zapier ist der einfachste Einstieg. Riesiger App-Katalog, lineare Logik, ideal für 'wenn dies, dann das'. Wird teuer, sobald das Volumen steigt.
- Make ist der visuellste Weg. Komplexe Verzweigungen per Drag-and-Drop, günstiger pro Operation als Zapier, dafür eine steilere Lernkurve.
- Der Eigenbau ist die mächtigste Variante. Eine massgeschneiderte Automations-Schicht auf eigener oder Schweizer Infrastruktur, beliebige Logik bis hin zu eigenem Code, dafür braucht der Betrieb Erfahrung oder einen Partner.
Wo die Kosten wirklich entstehen
Der Einstiegspreis täuscht. Entscheidend ist, was eine einzelne Ausführung kostet, wenn Sie nicht zehn, sondern zehntausend pro Monat haben. Zapier rechnet pro Task und wird im Volumen schnell unangenehm. Make ist pro Operation günstiger. Eine eigene Automations-Schicht kostet eine fixe Infrastruktur-Pauschale, egal ob hundert oder hunderttausend Ausführungen laufen.
Der Schweizer Faktor: Datenhoheit
Zapier und Make sind Cloud-Dienste mit Servern primär ausserhalb der Schweiz. Für viele Anwendungen ist das mit einem Auftragsverarbeitungsvertrag sauber lösbar. Sobald aber sensible Personendaten durch die Abläufe fliessen, wird eine eigene Automations-Schicht auf einem Schweizer oder EU-Server zur ruhigeren Variante, denn die Daten verlassen Ihre Infrastruktur gar nicht erst.
Wartbarkeit über die Zeit
Eine Automation ist schnell gebaut und langsam gepflegt. Hier zeigt der Eigenbau seine Stärke mit Versionierung, klarer Struktur und Code, wo nötig. Ein sauber entwickeltes System ist auch nach einem Jahr noch lesbar und erweiterbar. Zapier-Zaps verzweigen sich dagegen schnell zu einem unübersichtlichen Geflecht aus Einzel-Automationen, das niemand mehr durchschaut.
Unsere Empfehlung nach Situation
Zapier
wenig Volumen, kein Tech-Team, schnell live
Make
komplexe Logik, mittleres Budget, visuell
Eigenbau
Volumen, Datenhoheit, wachsende Ansprüche
Hybrid
oft die ehrlichste Realität
Es gibt keinen 'besten' Weg. Wir entwickeln bei ZAVION überwiegend massgeschneiderte Automations-Schichten, weil unsere Kunden Datenhoheit brauchen und wir den Betrieb übernehmen. Für ein Zwei-Personen-Unternehmen, das einmal pro Woche eine Mail weiterleiten will, wäre das überdimensioniert. Da reicht Zapier, und das sagen wir auch.
Fazit von Marcel

Wir entwickeln bei ZAVION überwiegend eigene Automations-Schichten, und trotzdem empfehle ich kleinen Teams regelmässig Zapier. Es gibt keinen besten Weg, nur den passenden für Ihr Volumen und Ihre Datenschutz-Anforderungen. Mein Rat ist, mit den Kosten pro Ausführung bei Ihrem echten Volumen zu rechnen, nicht mit dem Einstiegspreis auf der Website des Anbieters.
Marcel Kaschner · Founder & Managing Director, ZAVION
Häufige Fragen
Ab wann lohnt sich der Umstieg von Zapier oder Make auf eine eigene Lösung?
Als Faustregel gilt, dass Zapier oder Make unter ein paar tausend Ausführungen pro Monat bequem und günstig genug sind. Darüber, oder sobald Datenhoheit zählt, rechnet sich eine eigene Automations-Schicht meist innerhalb weniger Monate, weil sie eine fixe Infrastruktur-Pauschale kostet, egal ob hundert oder hunderttausend Ausführungen laufen.
Sind Zapier und Make für Schweizer Unternehmen DSG-konform nutzbar?
Für viele Anwendungen ja, mit einem Auftragsverarbeitungsvertrag ist die Nutzung sauber lösbar. Beide sind aber Cloud-Dienste mit Servern primär ausserhalb der Schweiz. Sobald sensible Personendaten durch die Abläufe fliessen, ist eine eigene Automations-Schicht auf Schweizer oder EU-Servern die ruhigere Variante, denn die Daten verlassen Ihre Infrastruktur gar nicht erst.
Was sind die versteckten Kosten einer eigenen Automations-Schicht?
Der Betrieb, also Server warten, Updates einspielen, Backups sicherstellen und Ausfälle beheben. Wer das nicht im Haus hat oder als Managed Service einkauft, tauscht eine Lizenzgebühr gegen ein Betriebsrisiko. 'Günstig' steht nur auf dem Preisschild der Software, nicht auf der Gesamtrechnung.

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