Das Wichtigste in Kürze
- 70% der KI-Anfragen bei ZAVION wären mit einer einfachen Regel gelöst
- Vier Test-Fragen, die vor jeder Modellauswahl beantwortet werden müssen
- Konkrete Beispiele, wann Excel reicht, wann ein Script und wann erst ein Modell
- Geld sparen ist die ehrlichste KI-Strategie
70 Prozent der Anfragen, die wir bei ZAVION bekommen, lassen sich ohne ein einziges Sprachmodell lösen. Eine if-then-Regel, ein Excel-Filter, ein 10-Zeilen-Python-Script, fertig. Wer Ihnen erzählt, dass jeder Prozess KI braucht, will Ihnen etwas verkaufen.
Die vier Test-Fragen
- 1Lässt sich der Input strukturiert beschreiben? Ist der Eingang zum Beispiel immer ein PDF mit drei festen Feldern → strukturiert. Ist er ein Freitext-Mail → nicht strukturiert.
- 2Gibt es eine eindeutige Regel für das Ergebnis? Wenn Betrag > 5000 → Genehmigung → eindeutig. 'Wenn der Kunde freundlich klingt' → nicht eindeutig.
- 3Sind die möglichen Ergebnisse vorab bekannt und endlich? 5 Kategorien → endlich. 'Beliebige Antwort schreiben' → nicht endlich.
- 4Ist das Volumen klein? Unter 100 Vorgängen pro Tag → wahrscheinlich manuell oder Excel. Tausende → automatisieren lohnt.
Drei reale Fälle, die kein KI brauchen
Aus echten Vorgesprächen, in denen wir abgesagt haben.
Fall 1: Spesen-Genehmigung
Ein Unternehmen wollte einen 'KI-Spesen-Assistenten', der Spesenanträge prüft und genehmigt. Vorgefunden haben wir die Regel 'Unter CHF 300 automatisch genehmigen, alles darüber durch CFO'. Das ist eine SQL-View. Wir haben ein 4-Zeilen-Script geschrieben, Bexio-Anbindung gemacht, abgesagt für mehr. Gekostet hat das 800 CHF einmalig.
Fall 2: Kunden-Sortierung
Ein Sales-Team wollte 'KI-Lead-Scoring'. In der Realität waren die fünf Kriterien für einen guten Lead längst dokumentiert (Branche, Mitarbeiterzahl, Standort, Kontaktquelle, Inbound-Frage). Ein gewichteter Score in Excel → fertig. Kein Modell nötig.
Fall 3: FAQ-Bot
Klassiker. Eine Firma wollte einen 'KI-FAQ-Bot' für 12 immer gleiche Kunden-Fragen. Die Lösung war eine statische FAQ-Seite auf der Website + ein Search-Widget. Die Erfolgsquote lag bei 89% Self-Service nach drei Monaten, die Kosten bei einem Wochenende Arbeit.
Was es Sie kostet, das nicht zu prüfen
CHF 18'000
Ø Implementierungskosten KI-Bot
CHF 800
Ø Kosten Excel-/Script-Lösung
8×
höhere Wartungskosten KI vs. Regel
70%
der Anfragen brauchen kein Modell
Wir verdienen weniger, wenn wir Ihnen Excel empfehlen. Wir verdienen mehr Vertrauen, wenn wir es trotzdem tun.
Fazit von Marcel

Wir verdienen weniger, wenn wir Excel empfehlen, und ich tue es trotzdem regelmässig. 70 Prozent der Anfragen, die bei uns landen, brauchen kein Sprachmodell, sondern eine klare Regel. Mein Rat an Sie lautet deshalb, die vier Test-Fragen aus diesem Artikel zu stellen, bevor Sie ein KI-Budget freigeben. Die ehrlichste KI-Strategie ist die, die zuerst Geld spart.
Marcel Kaschner · Founder & Managing Director, ZAVION
Häufige Fragen
Wann braucht ein Prozess wirklich KI?
Wenn drei Kriterien zusammenkommen, nämlich unstrukturierter Input (Freitext, Sprache, Bild), ein kontextabhängiges Ergebnis (Zusammenfassen, Übersetzen, Antworten) und ein Volumen, das Menschen nicht mehr bewältigen. Treffen nur zwei der drei Kriterien zu, lohnt sich meistens eine einfachere Lösung.
Was kostet eine KI-Lösung im Vergleich zu einer Regel-Lösung?
In der Projektpraxis liegen die Implementierungskosten für einen KI-Bot bei durchschnittlich rund CHF 18'000, gegenüber etwa CHF 800 für eine Excel- oder Script-Lösung. Dazu kommen bis zu achtfach höhere Wartungskosten der KI-Variante. Deshalb lohnt sich die Prüfung vor der Modellauswahl.
Reicht Excel für Lead-Scoring?
Oft ja. Wenn die Kriterien für einen guten Lead bekannt und dokumentiert sind, etwa Branche, Mitarbeiterzahl, Standort und Kontaktquelle, reicht ein gewichteter Score in Excel. Ein Sprachmodell lohnt sich erst, wenn unstrukturierter Freitext gedeutet werden muss.
Braucht ein FAQ-Bot immer KI?
Nein. Für ein Dutzend immer gleicher Kundenfragen genügt eine statische FAQ-Seite mit Such-Widget. In einem realen Fall erreichte diese Lösung nach drei Monaten 89 Prozent Self-Service-Quote, bei Kosten von einem Wochenende Arbeit statt einer KI-Implementierung.

Das Wichtigste in Kürze

