Das Wichtigste in Kürze
- ChatGPT zählt Anfang 2026 über 900 Millionen wöchentliche Nutzer, KI-Assistenten werden zur ersten Anlaufstelle vor Google
- KI-Plattformen erzeugten im Juni 2025 1,13 Milliarden Website-Besuche, ein Plus von 357 Prozent im Jahresvergleich, 87 Prozent davon aus ChatGPT
- Besucher aus KI-Antworten konvertieren laut Branchenanalysen um ein Mehrfaches besser als klassischer Suchtraffic, weil sie vorinformiert ankommen
- Sichtbarkeit in KI-Antworten folgt eigenen Regeln, Erwähnungen in Drittquellen zählen deutlich mehr als die eigene Website
Wenn ein Geschäftsführer heute einen Treuhänder, eine Software oder einen Dienstleister sucht, fragt er immer öfter zuerst ChatGPT statt Google. Die KI antwortet mit drei Empfehlungen, und wer dort nicht vorkommt, existiert für diesen Kunden nicht. Generative Engine Optimization, kurz GEO, heisst die Disziplin, die das adressiert. Die Zahlen zeigen, dass der Kanal noch klein ist, aber schneller wächst als alles andere und auffällig gute Kunden bringt.
Die Verschiebung in Zahlen
ChatGPT erreichte Anfang 2026 laut OpenAI über 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Similarweb misst die Auswirkung auf Websites. KI-Plattformen erzeugten allein im Juni 2025 rund 1,13 Milliarden Verweis-Besuche, ein Plus von 357 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 87 Prozent dieses KI-Traffics stammt aus ChatGPT. Zur Einordnung gehört die Gegenzahl, denn gemessen am Gesamt-Traffic macht der KI-Kanal erst rund ein Prozent aus. Wer deshalb abwinkt, übersieht allerdings die Wachstumskurve und die Qualität der Besucher.
900 Mio.+
wöchentliche ChatGPT-Nutzer (Anfang 2026)
+357%
KI-Verweis-Traffic im Jahresvergleich (Similarweb)
87%
des KI-Traffics kommt aus ChatGPT
6,5×
häufiger zitiert über Drittquellen als über die eigene Website
Warum diese Besucher mehr wert sind
Branchenanalysen berichten übereinstimmend, dass Besucher aus KI-Empfehlungen deutlich besser konvertieren als klassischer Suchtraffic, gemessen wurden Konversionsraten um 14 Prozent gegenüber knapp 3 Prozent bei organischer Google-Suche. Der Grund ist plausibel. Wer aus einer KI-Antwort kommt, hat den Vergleich bereits hinter sich. Die KI hat vorsortiert, erklärt und empfohlen. Der Besucher klickt nicht, um sich zu orientieren, sondern um zu handeln. Für Anbieter mit erklärungsbedürftigen Leistungen ist das der wertvollste Traffic, den es gibt.
Wie KI-Antworten entstehen und was das für Sie heisst
KI-Assistenten zitieren bevorzugt Quellen, die sie für glaubwürdig halten, etwa Fachartikel, Vergleichsportale, Verzeichnisse, Bewertungen, Foren und Medienbeiträge. Untersuchungen zeigen, dass Marken über solche Drittquellen rund 6,5-mal häufiger in KI-Antworten auftauchen als über die eigene Website. Das dreht die Logik des klassischen Marketings, denn die schönste eigene Landingpage nützt wenig, wenn über Ihr Unternehmen sonst nirgends strukturiert geschrieben steht.
Was Sie konkret tun können
- 1Testen Sie Ihre eigene Sichtbarkeit, indem Sie ChatGPT, Perplexity und Gemini die Fragen stellen, die Ihre Kunden stellen würden, und prüfen, ob und wie Sie vorkommen.
- 2Beantworten Sie echte Fragen auf der eigenen Website, denn klar strukturierte Fachbeiträge mit Zahlen, Quellen und eindeutigen Aussagen werden bevorzugt zitiert.
- 3Investieren Sie in Drittquellen, denn Branchenverzeichnisse, Bewertungsplattformen, Fachmedien und Gastbeiträge wirken auf KI-Sichtbarkeit stärker als die eigene Domain.
- 4Bleiben Sie messbar und verfolgen Sie Verweis-Traffic aus KI-Plattformen getrennt in der Webanalyse, sonst bleibt der Kanal unsichtbar.
- 5SEO nicht abschreiben, denn die klassische Suche bleibt volumenmässig dominant. GEO ergänzt sie, ersetzt sie aber auf Jahre nicht.
Die Suche verlagert sich vom Klicken zum Fragen. Unternehmen, die in den Antworten vorkommen wollen, müssen dort präsent sein, wo die KI liest. Das ist planbare Arbeit, und sie beginnt mit einer einfachen Frage an ChatGPT. Wen würdest du empfehlen?
Quellen
- Similarweb: Gen AI Stats 2026, AI Visibility Trends, Data & Insights, https://www.similarweb.com/blog/marketing/geo/gen-ai-stats/
- Omnibound: Generative Engine Optimization Statistics 2026, https://www.omnibound.ai/blog/generative-engine-optimization-statistics
- Digital Agency Network: Generative Engine Optimization Statistics of 2026, https://digitalagencynetwork.com/generative-engine-optimization-statistics/
- Babylovegrowth: ChatGPT Statistics 2026, Users, Traffic, Revenue & Market Share, https://www.babylovegrowth.ai/en/blog/chatgpt-statistics-2026
- Konabayev: AI Search Statistics 2026, https://konabayev.com/blog/ai-search-statistics-2026/
Fazit von Marcel

Ich mache den Test regelmässig selbst und frage ChatGPT, wen es empfehlen würde, in genau den Worten, mit denen unsere Kunden suchen. Der Kanal ist heute klein, aber er wächst schneller als alles andere und bringt die am besten vorinformierten Besucher, die es gibt. Mein Rat ist, mit diesem Sichtbarkeits-Test zu starten und dann gezielt in Drittquellen zu investieren, dort entscheidet sich die KI-Sichtbarkeit, nicht auf der eigenen Landingpage.
Marcel Kaschner · Founder & Managing Director, ZAVION
Häufige Fragen
Was ist Generative Engine Optimization (GEO)?
Die Disziplin, die dafür sorgt, dass ein Unternehmen in den Antworten von KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity oder Gemini vorkommt. Wer heute einen Dienstleister sucht, fragt immer öfter zuerst die KI statt Google, und wer in deren Empfehlungen nicht auftaucht, existiert für diesen Kunden nicht. GEO ergänzt klassisches SEO, ersetzt es aber auf Jahre nicht.
Wie relevant ist KI-Traffic für Unternehmen heute wirklich?
Gemessen am Gesamt-Traffic erst rund ein Prozent, aber mit 357 Prozent Jahreswachstum der am schnellsten wachsende Kanal, 87 Prozent davon aus ChatGPT. Entscheidend ist die Qualität, denn Besucher aus KI-Empfehlungen konvertieren laut Branchenanalysen um ein Mehrfaches besser (rund 14 gegenüber knapp 3 Prozent), weil die KI bereits vorsortiert und empfohlen hat.
Wie verbessert man die eigene Sichtbarkeit in KI-Antworten?
Testen Sie zuerst, indem Sie den Assistenten die Fragen Ihrer Kunden stellen und prüfen, ob Sie vorkommen. Dann in Drittquellen investieren, denn Marken tauchen über Branchenverzeichnisse, Bewertungsplattformen und Fachmedien rund 6,5-mal häufiger in KI-Antworten auf als über die eigene Website. Ergänzend lohnen sich klar strukturierte Fachbeiträge mit Zahlen und Quellen auf der eigenen Seite sowie eine getrennte Messung des KI-Verweis-Traffics.

Das Wichtigste in Kürze

