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Vertrieb & Leads

CRM-Datenqualität als Verkaufshebel

Ein neues CRM löst kein Datenproblem. Warum gepflegte Datensätze mehr bringen als jedes zusätzliche Werkzeug.

Marcel Kaschner28. Juli 20267 Min
CRM-Datenqualität als Verkaufshebel

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Systemwechsel nimmt das Datenproblem mit, er löst es nicht
  • Drei Felder entscheiden über die Brauchbarkeit: Status, letzte Aktivität und Zuständigkeit
  • Pflege scheitert nicht an Disziplin, sondern daran, dass Eintragen Mehraufwand ohne eigenen Nutzen ist
  • Der wirksamste Hebel ist, dass Daten automatisch entstehen statt nachgetragen zu werden

Wenn der Vertrieb über das CRM klagt, geht es fast nie um das System. Es geht darum, dass die Angaben darin nicht stimmen. Genau deshalb löst ein Systemwechsel das Problem auch nicht, sondern nimmt es mit in die neue Oberfläche.

Drei Felder entscheiden alles

Ein CRM kann hundert Felder haben, brauchbar wird es durch drei. Der aktuelle Status sagt, wo der Vorgang steht. Die letzte Aktivität sagt, wann zuletzt etwas passiert ist. Die Zuständigkeit sagt, wer sich kümmert.

Sind diese drei verlässlich, lassen sich die Listen bauen, die im Alltag wirklich helfen: alles, was seit vierzehn Tagen liegt, alles ohne nächsten Schritt, alles ohne Zuständigen. Fehlt eines der drei, ist jede dieser Listen unvollständig und damit wertlos.

Warum Pflege scheitert

Es liegt selten an Disziplin. Es liegt daran, dass das Eintragen Aufwand verursacht, dessen Nutzen jemand anders hat. Der Verkäufer tippt, damit die Führung eine Auswertung bekommt. Aus seiner Sicht ist das reine Berichterstattung.

Entsprechend wird sie behandelt: gesammelt am Freitagnachmittag, aus dem Gedächtnis, ungenau. Wer das ändern will, muss die Rechnung umdrehen.

Daten sollen entstehen, nicht nachgetragen werden

Der wirksamste Hebel ist, die Pflege aus dem Weg zu räumen. Eine versendete Mail setzt die letzte Aktivität. Ein gebuchter Termin setzt den Status. Ein unterzeichnetes Dokument schliesst den Vorgang ab. Nichts davon muss jemand tippen.

Was dann noch manuell bleibt, ist das Inhaltliche: die Einschätzung, der nächste Schritt, der Grund für eine Verzögerung. Das sind zwei Sätze statt zehn Felder, und sie werden tatsächlich geschrieben, weil sie beim nächsten Kontakt selbst helfen.

Der Nutzen muss beim Verkäufer ankommen

Ein gepflegter Datensatz zahlt sich in dem Moment aus, in dem jemand nach vier Wochen wieder in den Vorgang einsteigt und in dreissig Sekunden weiss, wo er steht. Diese Erfahrung überzeugt mehr als jede Vorgabe.

Deshalb bauen wir die Pflege immer zusammen mit einer sichtbaren Erleichterung: die Morgenliste mit allem, was heute ansteht, der vorbereitete Kontext vor jedem Gespräch. Wer das ein paar Mal erlebt hat, pflegt freiwillig.

Wo man anfängt, wenn alles unsauber ist

Nicht mit einer Grossbereinigung. Die verbrennt Wochen und ist nach einem Quartal wieder veraltet. Sinnvoller ist, die drei wichtigen Felder für alle aktiven Vorgänge zu bereinigen und den Rest liegen zu lassen.

Aktive Vorgänge sind überschaubar. Und nur sie beeinflussen Entscheidungen. Ein Datensatz von 2023 ohne Aktivität muss nicht gepflegt werden, er muss archiviert werden.

Fazit von Marcel

Marcel Kaschner, Founder und Managing Director von ZAVION

Wenn mir jemand sagt, das CRM sei unbrauchbar, frage ich nicht nach dem System, sondern nach drei Feldern. Steht der Status aktuell drin, wann war die letzte Aktivität, und wer ist zuständig. In den meisten Fällen sind zwei davon leer oder veraltet, und damit ist jede Auswertung wertlos, unabhängig davon, wie gut das System ist. Der Wechsel zu einem neuen CRM löst das nie. Er verschiebt dieselben leeren Felder in eine neue Oberfläche.

Unterschrift Marcel Kaschner

Marcel Kaschner · Founder & Managing Director, ZAVION

Häufige Fragen

Bringt ein neues CRM bessere Daten?

Nein. Ein Systemwechsel übernimmt den vorhandenen Datenbestand und damit auch dessen Lücken. Was sich ändert, ist die Oberfläche. Wenn die Pflege vorher nicht funktioniert hat, funktioniert sie nachher aus denselben Gründen nicht.

Welche Felder sind wirklich wichtig?

Drei reichen für den Anfang: der aktuelle Status, das Datum der letzten Aktivität und die Zuständigkeit. Sind diese drei verlässlich, lassen sich sinnvolle Listen bauen. Sind sie es nicht, hilft auch kein viertes Dutzend Felder.

Warum pflegen Vertriebsleute das CRM nicht?

Weil das Eintragen Aufwand verursacht, dessen Nutzen jemand anders hat. Solange die Pflege reine Berichterstattung an die Führung ist, wird sie am Freitagnachmittag erledigt oder gar nicht. Sobald gepflegte Daten dem Verkäufer selbst die Arbeit erleichtern, ändert sich das.

Wie entstehen Daten automatisch?

Indem sie aus Vorgängen abgeleitet werden, die ohnehin stattfinden. Eine versendete Mail setzt die letzte Aktivität. Ein gebuchter Termin setzt den Status. Ein unterzeichnetes Angebot schliesst den Vorgang. Was automatisch entsteht, muss niemand nachtragen.

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